Jan 202017
 

Nach der Aufklärung folgte die Romantik. Das stimmt zwar zeitlich nicht genau, denn die Romantik verlief weitgehend parallel zur Aufklärung, gewissermaßen als ihre sie begleitende Gegenbewegung. Dem Triumph der Vernunft im Rationalismus trat das Gefühl, jetzt besonders im Gemüt gefasst, zur Seite. Aus der Herrschaft der allgemeinen Vernunft folgten einerseits die Forderung nach allgemeinen Rechten (Menschenrechte) und Freiheiten (Republik), andererseits eine technische Rationalität, die in der aufkommenden Industrialisierung alles Alte auf den Kopf stellte und Bewährtes obsolet werden ließ. Die Romantik dagegen, übrigens auch als Rückzug vor der politischen Reaktion in die Innerlichkeit verstanden, suchte das Herz, das Gefühl, die innere Befindlichkeit des Menschen in seinem Gemüt in den Mittelpunkt zu stellen, seine Sehnsüchte und Träume („blaue Blume“) aufzunehmen und künstlich-künstlerisch zu verarbeiten. Beide Seiten umfassend konnte der Theologe und Philosoph Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher die Religion neu bestimmen als das einigende Band im Menschen, das jenes unbestimmte „Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit“ zum Ausdruck brachte. „Anschauung des Universums“ war das Motto seiner „Reden über die Religion – an die Gebildeten unter ihren Verächtern.“  Im „Deutschen Idealismus“ schließlich feierte die Subjektivität, bei Hegel in der Form des absoluten Geistes, ihren Höhepunkt.

Die durch die Restauration nicht aufzuhaltende Idee der Nation und die Bildung der Nationalstaaten begünstigte einerseits die weitere Industrialisierung und die Frühformen des (nationalen) Kapitalismus, andererseits beförderte dieselbe Idee einen nationalistischen Überschwang, der in der Folge mehrerer ‚moderner‘ Kriege (Krimkrieg 1853-56, die Preußisch-Deutschen Kriege 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1871 gegen Frankreich) zu imperialistischen Großmachtträumen und -gelüsten auf verschiedenen Seiten, insbesondere der deutschen, führte. Der Erste Weltkrieg 1914 – 1918 war das Ergebnis und das Fanal dieser Spannungen. Wo war da die Vernunft, wo das Gefühl geblieben? Die darauf folgenden kommunistischen und faschistischen Bewegungen und der deutsche Nationalsozialismus steigerten die hybriden Erwartungen des Deutschen Reiches und führten in die bis dato absolute Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Die Extreme der isolierten Vernunft und des übersteigerten Gefühls, angetrieben durch globalisierte Kapitalinteressen im Spätkolonialismus und Imperialismus, produzierten den Untergang von Vernunft und Menschlichkeit, zurück blieb das Gefühl der Trauer und der Leere, nicht nur in Deutschland. Das „So nie wieder!“ führte zu der „Nachkriegsordnung“ mit UNO, NATO, später EU, welche die vergangenen sieben friedlichen Jahrzehnte in Europa geprägt haben. Mit den geistigen und gesellschaftlichen Wurzeln der vorausgegangenen Katastrophe rechneten Max Horkheimer und Theodor W. Adorno ab in ihrer programmatischen Schrift „Die Diaklektik der Aufklärung“, New York 1944, noch im Exil erschienen: Sie beschrieben die Verkehrung der emanzipatorischen Vernunft in die herrschende Unvernunft, nämlich die Unvernunft der Herrschenden in Form von Faschismus und Monopolkapitalismus. Die folgenden Zeiten der Prosperität und der Zusammenbruch des Kommunismus als Gegenpol haben dies alles schnell in Vergessenheit geraten lassen.

Geschichtliche Erfahrung wird bewusst selten länger als in einer Generation bewahrt. Auch geistesgeschichtliche Entwicklungen verlaufen in Wellen, dazu noch mit regionalen Unterschieden. Der angelsächsische Raum scheint sich bisweilen vom europäischen abgekoppelt zu haben – trotz oder wegen (?) des durch die Nazis verursachten brain drain in die Staaten. In der Philosophie dort wurde die Analytische Philosophie zum kulturellen Mainstream: Wissenschaft ist Naturwissenschaft ist Technik ist Fortschritt. Der Fortschritt aber beruht auf möglichst schranken- und grenzenloser, das heißt globaler Expansion des Kapitals. In der Gestalt eines praktischen Materialismus ist diese Denkweise auch bei uns in Europa und in Deutschland eingezogen und vorherrschend geworden. Vernünftig ist, was die Ökonomen beschreiben, auch wenn ihre Voraussagen fast nie eintrafen. Vernünftig ist Wachstum, vernünftig ist die technische Rationalität des „Immer mehr – immer höher – immer weiter“, vernünftig ist die effektive Verwaltung, unter anderem durch Beseitigen von Hindernissen globaler Wirtschaft und globalen Handels. Vernünftig ist die Zweckrationalität, die vorhandene Ziele einfach fortschreibt und quantitativ überbietet. Vernünftig ist Wirtschaftsplanung, Bildungsplanung, Familienplanung, Hochschulplanung, Raumplanung, Verkehrsplanung, überhaupt jegliche Art von Planung und „Planfeststellung“. Vernünftig ist das Funktionieren in einer globalisiert arbeitsteiligen, pluralistischen Gesellschaft, der die Verbindlichkeit einer Religion und das Gefühl für das Nichtverfügbare, Zufällige, Mysteriöse, abhanden gekommen scheint und die allgemein verbindliche Werte offiziell nur auf der Folie eines „Verfassungspatriotismus“ artikulieren kann. Dem entspricht eine Schulpolitik, deren Hauptaugenmerk auf den technisch-rationalen MINT-Fächern liegt. Die Kehre, die Gegenbewegung kann nicht ausbleiben.

Vernunft und Unvernunft

Vernunft und Unvernunft (c) rouva14 [fc-foto:25623599]

Und sie lässt nicht lange auf sich warten. In der Anthoposophie und den Waldorfschulen war sie immer da. In den Bestsellerlisten des Buchhandels finden sich schon seit längerem Titel, die Anleitung zum Glücklichsein, zur Work-Life-Balance, zur Suche nach dem Ich anleiten. Erst Peter Sloterdijk, dann Richard David Precht sind die Autoren, die Populärphilosophie im Monatstakt produzieren: „Stress und Freiheit“, „Zorn und Zeit“, „Gottes Eifer“, „Kritik der zynischen Vernunft“, „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“, „Du musst dein Leben ändern. Über Anthropotechnik“, „Nach Gott. Glaubens- und Unglaubensversuche“, „Was geschah im 20. Jahrhundert? Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft“ – so lauten Sloterdijks Buchtitel der letzten Jahre, und Precht fügt sich da nahtlos an: „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“, „Liebe – ein unordentliches Gefühl“, „Erkenne dich selbst“, „Anna, die Schule und der liebe Gott“, „Die Kunst kein Egoist zu sein“, „Erkenne die Welt“, „Tiere denken“. Beide Autoren stehen hier als viel gelesene Beispiele für Themen und ihre Tendenz. Bestsellerautoren müssen ihr Ohr dicht am Bedürfnis einer großen Zahl intellektuell interessierter Leser haben. Die Ausweitung der Sicht auf größere Teile der Bevölkerung könnte eine Liste der diversen Talkshow-Themen geben, die es in den letzten Jahren gab. Sie werden allerdings mehr einen Spiegel der politischen Aufgeregtheiten vermitteln. Die sogenannten sozialen Medien, also Internet-Plattformen, verstärken und verlängern diese und ähnliche Tendenzen ins Extreme und Alarmistische. Und plötzlich (eigentlich gar nicht so plötzlich) sind da gesellschaftliche und politische Bewegungen in der ‚realen Welt‘, die sich am rechten Rand artikulieren, populistisch aufblasen und nach einem Auslöse-Ereignis (Flüchtlinge) an Einfluss, Aufmerksamkeit und Deutungsmacht gewinnen.

Und dann sind da zwei Ereignisse, die alle bisherige Erfahrung von Rationalität und Mainstream auf den Kopf zu stellen scheinen: Die Brexit-Entscheidung und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. In beiden Fällen scheint sich eine machtvolle Irrationalität Bahn zu brechen, gekennzeichnet durch die Schlagworte postfaktisch und fake news. Dass politische Entscheidungen in Abstimmungen nie rein rationale Kalküle sind, ist nichts Neues. Aber dass ein vehementer Protest gegen Verfahrens- und Verhandlungsweisen zur Konfliktregelung in der Gesellschaft, gegen anerkannte Regeln und Verbindlichkeiten, gegen Argumente und Begründungen, schlicht gegen das, was bisher als vernünftig und richtig galt (ich vermeide hier, von Werten zu sprechen), sich derart massiv Gehör und Geltung verschafft, das ist neu und unerwartet. Die Beunruhigung ist darum umso größer. Mir scheint, dass auf dem Grunde realer ökonomischer, sozialer und psychologischer Ursachen auch ein ‚geistesgeschichtlicher‘ Trend zu erkennen ist: die Infragestellung einer ‚instrumentellen Vernunft‘, die nun die Kinder und die Nutznießer der Wohlstandsgesellschaften bedroht. Die Zurückgelassenen melden sich machtvoll zurück auf der politischen Bühne. Die reine Innerlichkeit und Sinnsuche des intellektuellen Spiels der vergangenen Jahre war nur Symptom und kein Ventil. Auf einmal triumphieren wieder die Nicht-Vernunft, die öffentlich zur Schau getragene Wut, der Hass, die Diffamierung, der pure Wille zur Macht, der die Regeln der Wahrhaftigkeit, der Sachlichkeit und der Fairness über den Haufen wirft – natürlich unter emphatischen Behauptungen, es ginge ihm nur um die Wahrheit und das Recht: „Lügenpresse“ und „Du bist fake-news“ (Trump zu CNN-Reporter). Das dadurch initiierte intellektuelle und soziale Spiel ist perfide: Es geht dabei nämlich um die Kaperung von Begriffen und um die Umkehrung ihrer Bedeutung und Bewertung. „Breitbart“ ist dafür das krasseste Beispiel. Ich bin sicher, wir werden davon noch mehr erleben.

Die überwunden oder uninteressant gewordene Religion meldet sich wieder deutlicher zu Wort, zunächst allerdings als unverstandener islamischer Fundamentalismus. Dabei gibt es christlichen und buddhistischen Fundamentalismus ebenso lange und bisweilen ebenfalls gewalttätig. Dass es moderne Menschen gibt, denen religiöse Verpflichtungen wichtig sind für ihre Lebensgestaltung, scheint etwas Neues zu sein im Aufmerksamkeitsfokus mancher Medien. Aber auch die Philosophie in ihrer wissenschaftlichen Form wendet sich auf einmal wieder der Religion, der Theologie zu. In diesem Blog habe ich entsprechende neue Bücher vorgestellt (Holm Tetens, Volker Gerhardt), aber es wäre auch der Theologe und Religionsphilospoph Friedrich Wilhelm Graf zu nennen, der über die „Wiederkehr der Götter“ und „Götter global“ geschrieben hat. Es sind weitere zu nennen wie Thomas Buchheim, Michael Hampe oder Pirmin Stekeler-Weithofer, die sich vor allem gegen einen dogmatischen Naturalismus und Materialismus zur Wehr setzen und dabei auch auf die Religion verweisen. Im angelsächsischen Raum ist besonders Alvin Plantinga zu nennen, der, wahrlich ein analytischer Erkenntnistheoretiker, die Möglichkeit des (christlichen) Gottesgedankens philosophisch neu begründet. Das hat unerwartete Aktualität gewonnen und den kämpferischen Atheisten und Darwinisten Richard Dawkins in den medialen Hintergrund gedrängt. Von vielerlei Schrifttum über Spirituelles, Mystisches, Okkultes gar nicht extra zu reden. Das Bedürfnis nach dem Irrationalen, Nicht-Vernünftigen, Nicht-Funktionalem scheint in dem Maße zu wachsen, wie die Jünger digitaler Selbstverwirklichung das Eintreffen der „Singularität“ als der Zündung einer evolutionären Maschinen-Intelligenz erwarten (Ray Kurzweil, Menschheit 2.0. Die Singularität naht, 2013).

Man tut wie schon immer gut daran, die Vernunft nicht absolut zu setzen, weder die analytische noch die instrumentelle noch die kritische noch die digitale. Vernunft, das lehrt zumindest die Philosophiegeschichte auch, hat immer ihre Gegenspieler zur Seite: den Willen, die Über-Vernunft („höher als alle Vernunft“ Philipper 4,7), die Nicht-Vernunft, die Vernunft-Kritik und die Unvernunft. Der Wille kann sich zwar auch vernünftig rechtfertigen, aber er braucht das nicht; der Wille will, woher auch immer angetrieben – Hass, Liebe, Macht, Lust, Tod. Die Über-Vernunft beansprucht mehr zu wissen als die bloße Vernunft zulässt, sei es im Glauben, sei es im Fühlen oder ‚Schauen‘. Die Nicht-Vernunft verweist auf den engen Raum, welcher der Vernunfterkenntnis zugewiesen ist, und zugleich auf das weite Feld, dass es neben und außer aller Vernünftigkeit zum Beispiel in Kunst und Natur zu erfahren gibt. Die Vernunft-Kritik ist gewissermaßen die innere Selbstkritik der Vernunft, die sich kritisch ihr Vermögen, ihre Reichweite und ihre Grenzen bewusst macht – klassisch bei Immanuel Kant. Die Unvernunft schließlich wendet sich bewusst und mit Absicht gegen das „Diktat“ der Vernunft, gegen die Sachlichkeit und den Zwang der Faktizität, sie äußert sich kontrafaktisch und produziert unter anderem mit Lust fake news. [Letztere können allerdings auch durchaus im Dienst eines ‚vernünftigen‘ im Sinne von zweckrationalen politischen Kalküls zur Desinformation und Verunsicherung stehen.] Philosophie als diejenige Wissenschaft und Denkbewegung, die „ihre Zeit in Gedanken fasst“ (Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Rechtsphilosophie), kann selber kaum anders als vernünftig sein, weil die Vernunft ihr Arbeitsmittel ist. Aber sie kann und soll aus Gründen der Vernunft den mächtigen und wirkungsvollen Bereich all dessen zur Kenntnis nehmen und zu verstehen suchen, was nicht Vernunft ist. Bis vor kurzem hätte man sagen können: Das ist vor allem der Bereich des Gefühls und des Religiösen. Heute muss man allerdings hinzufügen: – und des aktuell Politischen.

Aug 262014
 

[Philosophie, Geschichte]

„Zeit“ und „Raum“ sind schwierige Kategorien. Sind es überhaupt Kategorien? Es sind zumindest recht besondere Begriffe. Bei Kant haben wir gelernt, dass sie alle unsere Anschauung und all unser Begreifen immer schon begleiten. „Reine Formen der Anschauung“ nannte er es. Damit sind beide Begriffe in ihrer Besonderheit gekennzeichnet, in eigentümlicher Weise mit dem Erkennen unserer Welt unlösbar verbunden zu sein. Aber was Zeit und Raum eigentlich sind, ist damit noch nicht gesagt. Darüber haben sich Philosophen zu allen Zeiten den Kopf zerbrochen und sehr Unterschiedliches gesagt. Man kann sich darüber anderswo orientieren, darum soll es hier gar nicht gehen.

Sind beide Begriffe für sich genommen schon schwierig, so ist ihre Zusammenfügung zu neuen Begriffen noch merkwürdiger. Der „Zeitraum“ ist uns aus der Umgangssprache bekannt. Er scheint ganz einfach einen bestimmten Zeitabschnitt zu meinen. Erst vermittelt durch die moderne Physik haben wir uns daran gewöhnt, gelegentlich von der Raumzeit, auch Raum-Zeit geschrieben, zu sprechen. Durch Einsteins spezielle und erst recht durch die allgemeine Relativitätstheorie sind Raum und Zeit ineinander verwoben worden, zu einander „relativ“. In mathematischen Formen erscheint die Zeit nun als vierte Dimension neben den drei Raumdimensionen Länge, Breite, Höhe. Aber das klingt nur auf den ersten Blick einfach. sozusagen als Koordinatensystem für die Bestimmung von Wo und Wann. Denn der gekrümmte Raum kann die Zeit dehnen oder verkürzen, und die scheinbar objektiven Koordinaten sind nur konkret bestimmbar auf ein gegebenes Bezugssystem hin. Irgendwie scheinen dabei Raum und Zeit ineinander zu fließen und mal diesen, mal jenen Aspekt der Wirklichkeit anzuzeigen. Immerhin nutzen wir diese Relativität von Raum und Zeit, um beispielsweise die Genauigkeit von GPS-Daten zu verbessern.

Nun ja, mag man einwenden, das sind halt naturwissenschaftliche Spezialitäten, die für uns im Alltag praktisch keine Bedeutung haben. Für die Eichung von GPS-Satelliten mag das ja wichtig sein, aber wir schauen doch nur aufs Navi, und das soll stimmen. OK, soweit richtig. Allerdings sollten wir schon durch den Hinweis auf diese eine praktische Anwendung gewarnt sein, dass auch die Raumzeit nicht ganz so abstrakt und praktisch unwichtig ist, wie es uns vorläufig scheinen mag. Vielleicht hängt das auch mit dem anderen Begriff zusammen, dem des Zeitraums.

Der Historiker Jürgen Osterhammel betrachtet in seinem großen Buch über die Geschichte des 19. Jahrhunderts 1) zu Beginn die Art und Weise, wie in jenem Jahrhundert Zeit und Raum erfahren wurden. Das ist offenbar recht verschieden von unserer heutigen Erfahrung von Zeit und Raum. Dabei macht er darauf aufmerksam, das unser deutscher Begriff Zeitraum schwer in andere Sprachen zu übersetzen ist. 2) Im Englischen, Französischen, Italienischen, Spanischen, Portugiesischen wird daraus eine Periode der Zeit. Das ist offenkundig nicht genau dasselbe. Periode lässt auch eine Bedeutung von Wiederholung mitschwingen. Eher passt dazu unser Wort Abschnitt. Damit ist bildlich so etwas gemeint, als schneide man auf dem endlosen Zeitstrahl eine bestimmte Strecke mit konkretem Anfang und Ende, einen Abschnitt eben, heraus. Zeitraum dagegen hat eine andere Bedeutung. Auch der Zeitraum ist etwas innerhalb der verlaufenden Zeit Begrenztes, aber die Grenzen sind nicht so klar, sie bleiben fließend wie die Zeit selbst. Wir sprechen darum umgangssprachlich oft zum Beispiel von einem Zeitraum von 20 Jahren. Dann ist gemeint: von ungefähr zwanzig Jahren. Und: Zeitabschnitte sind immer wieder teilbar und kombinierbar, sie folgen aufeinander, je nach dem wie man sie auswählt mit Lücken oder ohne. Zeiträume können sich überlappen. Sie drücken etwas Ausgedehntes aus, das gewissermaßen quer steht zur vorwärts laufenden Zeit und darum so etwas wie eine Raumdimension der Zeit darstellt.

Bisweilen wurde und wird Zeit auch als Kreislauf empfunden. Dann ist ein Zeitraum wie ein Kreisausschnitt mit einer Fläche, mit einer Mitte und einer Peripherie. Der Begriff Zeitraum verweist viel stärker als „Abschnitt“ oder „Periode“ auf etwas, das sich in diesem Zeitraum ereignet hat, auf etwas Sachliches, Gegebenes, Geschehenes oder Geschehendes. Sofern Zeit für sich genommen linear gedacht wird, dann ist Zeitraum eine ausgefüllte, ausgedehnte Zeit. Sie geht in die Breite und Tiefe. In einem Zeitraum scheinen Dinge und Verläufe mit einander verknüpft zu sein, die in einem Zeitabschnitt allenfalls lose neben einander liegen. Insofern schwingt im Begriff Zeitraum ein Integral mit, das Integral von all dem, was innerhalb einer nur ungefähr bestimmten Zeit mit- und nebeneinander geschehen ist. Der Raum ist dann tatsächlich zu einem Bestandteil der Zeit geworden, und umgekehrt ist die Zeit nur eine Verlaufsform all dessen, was in räumlicher Orientierung und Veränderung vorhanden ist und interagiert. Zeit und Raum werden so zu relativen und geschichtlichen Größen. Damit rückt der Begriff des Zeitraums doch recht nahe an den nur etwas anders akzentuierenden Begriff der Raumzeit heran.

Man könnte vorsichtig formulieren: Die „Raumzeit“ drückt die Abhängigkeit der Zeit von der „Schwere“ des Raums aus. Der „Zeitraum“ drückt dann mehr die Abhängigkeit des Raums und seiner Inhalte von der Dynamik der Zeit aus. So gesehen sind Raumzeit und Zeitraum Komplementärbegriffe. Als der umgangssprachlich vertrautere ist „Zeitraum“ weniger anstößig (das Nachdenken anstoßend) als die Raumzeit, die wir als Begriff der Physik entlehnt haben. Dennoch weisen beide Begriffe auf ihre Weise darauf hin, dass Zeit und Raum für sich genommen sehr unanschauliche und inhaltsleere Abstrakta sind. Wir ‚haben‘ sie ja nie für sich genommen. Zeitliches und Räumliches ereignen sich für uns immer miteinander und ineinander – „vorgängig“, da hatte Kant schon recht. Im „Zeitraum“ haben wir das sprachlich mit vielen mitschwingenden Bedeutungsnuancen alltagstauglich auf den Begriff gebracht.

Mir kommen dabei Worte in den Sinn, die in ähnlicher Weise Zeit und Raum verknüpfen: Vergehen und Vergänglichkeit. Zeit vergeht, und Dinge sind vergänglich. Beides ist nicht austauschbar. Dass Zeit vergänglich wäre und Dinge vergehen, ist sprachlich in diesem Sinne zumindest ungebräuchlich. Die Vergänglichkeit ist gewissermaßen die Zeitdimension an den Dingen und Geschehnissen. Dadurch dass die Zeit vergeht, werden Zustände als fließend und veränderlich erfahren: Die Liebe ist vergänglich (sie vergeht, jetzt aber im Sinne von verschwindet), ein erbautes Haus ist eine zwar ‚immobile‘ Sache, die zugleich dennoch vergänglich ist. Vergänglichkeit drückt in der Lebenserfahrung die Veränderung aus, der wir selber mit der Welt um uns herum im Laufe der Zeit unterliegen. Die vergehende Zeit und unsere Vergänglichkeit führen dann in der Tat dazu, dass auch wir selbst ‚vergehen‘, verschwinden, – am Ende unserer Zeit.

Dies sei ein letzter Gedanke. Zeit und Raum, als erlebter Zeitraum, haben die Eigentümlichkeit, je meinig sein zu können: meine Zeit und mein mich umgebender Raum, meine Umgebung. Können wir unseren Raum und unsere Umgebung wechseln, wenn wir es wollen, so geht das nicht mit unserer Zeit. Sie ist mir zwar jeweils zugeeignet als „meine Zeit“, aber sie ist nicht wählbar, nicht veränderbar, sondern vorgegeben. Das ist eigentlich merkwürdig. Dasjenige, was wir als das Veränderlichste erleben, die vergehende Zeit, ist für uns eben nicht veränderbar, und dasjenige, was wir normalerweise im Alltag als Beständiges erleben, unseren Lebensraum und unsere Umgebung, das können wir ändern und wechseln. Somit sind Zeit und Raum, Zeitraum und Raumzeit, doch sehr eigentümliche Aspekte unserer erlebbaren Welt. Im Bild: Die Zeit fließt, und sie scheint für uns beständig, da wir ebenso mit fließen. Der Raum uns uns herum „steht“ zwar, aber er fliegt an uns vorbei. „Niemand steigt zweimal in denselben Fluss.“ sagte Heraklit. Bei ihm ist der Fluss das Symbol der Veränderung schlechthin, der steten Veränderung in Zeit und Raum, die unser Leben bestimmt.

Unsere Welt verändert sich ständig, und wir mit ihr, bisweilen mühsam und ungewollt, manchmal drängend und mit Absicht. Wir haben unser Leben und unsere Welt nur im Modus der sich wandelnden Zeit, vergehend und aus unserer Sicht vergänglich. Der Zeitraum unseres Lebens ist das, was uns bleibt. Er ist alles, was wir haben in der Länge und Breite und Tiefe und Dauer. Unser eigener Zeitraum bleibt begrenzt, wenn auch unscharf. Der Zeitraum und die Raumzeit sind die Bühne unseres Lebens. Von uns aus gesehen: bis der Vorhang fällt. Auf Zeit und Raum hin gesehen, bis die Raumzeit an eine Singularität gelangt und in andere uns unbekannte Dimensionen übergeht.

Anmerkungen

1.) Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, 2009

2.) siehe dort Seite 130

Jan 272014
 

[Philosophie]

Bei der Beschäftigung mit Texten aus der philosophischen Diskussion der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beschleicht mich ein merkwürdiges Gefühl der Fremdheit. Es sind grundlegende Texte zu Debatten, die in den sechziger bis neunziger Jahren die Gemüter diesseits und vor allem jenseits des Atlantiks erregt haben. Berichte von Forschungsprojekten und Tagungen. Heute vielfach Standardliteratur. Aufsätze, die man in Sammelbänden abgedruckt findet. Namen, die einem immer gleich einfallen, wenn man an Philosophen jener Zeit denkt. Meinungsführer, die Zustimmung oder Kopfschütteln ernteten, beides jeweils heftig. Debatten, deren Themen auch heute eigentlich keine Aktualität vermissen lassen. Erkenntnis, Realität, Sprache, Geist. Konstruktion und Skepsis. Antimetaphysische Nüchternheit. Logik. Computer. Begriffe und Sätze. Und Willensfreiheit, Ethik, verstreut und am Ende jener Zeit. Halt alles noch Moderne und / oder / dann Postmoderne.

Fragezeichen.

Mir fällt eine gewisse Enttäuschung auf. Interessante Themen und Fragestellungen, klug durchdachte Antworten, Ansätze, Ausführungen. Anknüpfung an Grundsätzliches aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Zum Teil Hinweise auf neue Denkweisen, überhaupt auf Systeme und Funktionen. Die Bedeutung sozialer Konstruktion. Diskurs. Macht. Nichts davon ist irrelevant geworden. Nichts davon ist unwichtig. Nichts davon ist überholt, erledigt, gelöst. Aber eben auch keine neue Basis, kein neuer Horizont. Eher irgendwie ausgelaufen, veraltet, manches verstaubt, skurril. Abgestandenes. Geistreich, bisweilen an der Grenze des nur Verspielten, Verschrobenen. Schlimmer noch: langweilig. Ohne Idee. Am schlimmsten die Ahnung: Fruchtlos, beliebig. – Sackgasse.

Ich gestehe, dass ich viele noch etwas ältere Texte heute sehr viel spannender, aufregender finde. Texte, die das Denken der Wirklichkeit neu auf die Probe stellen. Alte Texte, aber in der heutigen Zeit mit den jetzigen Erfahrungen und Fragen doch ganz neu, anregend, mit Freude zum Weiterdenken. Kant, Hegel, Heidegger. Ich höre Proteste. Rückwärts gewandte Themen, Nostalgie? Oder neue Klänge und Interpretationen in den Melodien alter Partituren? Abgeklärter und deutlicher herausragend aus den Textbergen und Worthalden der Analytik, der Systeme und Konstruktionen? Spannend auf jeden Fall, „es“ auf dem Hintergrund solcher alten Texte neu zu denken. Oder doch nur Zeichen der Hilflosigkeit in einer verwirrenden Gegenwart der beschrieenen Katastrophen, versteckten Chancen, übermächtigen Cyberwolken?

Ich lese weiter meine jüngeren Texte, auch wenn sie mich langweilen. Quine, Putnam, Rorty, Foucault, Luhmann. Und wohin gehört Sloterdijk? Ins Gestern, ins Heute, ins Feuilleton? Ich weiß, jede Zeit hat ihre Diamanten. Ich suche sie noch.

Jan 312013
 

Altes Denken – neues Denken, das ist doch keine Alternative. Altes Denken ist eben alt, vergangen, ‚out‘; neues Denken ist modern, dran, ‚in‘. Seit Francis Bacon (†1626)  ist „das Neue“ Ausweis wirklichen Wissens und vorwärts treibende Kraft der Wissenschaft. „Wissen ist Macht“ – dieses Diktum wird ihm zugeschrieben, es kennzeichnet durchaus das, was Bacon mit seiner „Neuen Methodenlehre der Wissenschaft“ (1620) verband: den stetigen Fortschritt der Erkenntnis und eine wachsende Naturbeherrschung. Seine Gedanken haben das, was sich danach im neuzeitlichen Denken und Wissensbetrieb  abspielte, erstaunlich hellsichtig auf den Begriff gebracht. Bacon kennzeichnet damit die endgültige Abkehr vom mittelalterlichen Denken, dessen Gütesiegel eher darin bestanden hatte, wie die berühmten Alten zu denken und keine Neuerungen zu lehren. Denn das war ja gerade der Inbegriff der Ketzerei: Neues zu lehren und nicht mehr der Tradition zu folgen. Die Hinwendung zum fortschreitend Neuen kennzeichnet sehr präzise die Wende zur „Neu-Zeit“, nämlich zur ‚Zeit des Neuen‘. Klaus Peter Fischer hat in einem kleinen Vortrag „Als das Neue noch neu war“ sehr schön diesen Wandel der Perspektive des Denkens heraus gestellt.

Für uns heute ist diese Perspektive ganz vertraut, ganz selbstverständlich. Nur das Neue ist wirklich interessant. Nachrichten sind eo ipso „Neuigkeiten, „news“. ‚Altigkeiten‘ gibts nicht. Neue Ideen, neue Modelle, neue Lösungen sind gefragt. Im Zeitalter des Internets leben wir in einer ständig Neues produzierenden Welt: Neue ‚gadgets‘, neue ‚apps‘, neue (Facebook-) Freunde und Kontakte, das Neuste jeweils als „Gezwitscher“ im Netz, neue Bildung, neues Wissen usw. Manche sehen ja erst mit den Möglichkeiten des Internets die wirklich neue Neuzeit angebrochen. Im Denken zumindest gilt Älteres nur dann als interessant, wenn früher schon etwas Neues gedacht und eben nur nicht beachtet wurde. Das Alte als solches ist definitiv vorbei und uninteressant. Es wäre durchaus lohnend, einmal über das Zeitgefühl nachzudenken, das sich in dieser modernen Mentalität äußert. Der Hinweis, es sei eben zielgerichtetes Denken auf dem „Zeitpfeil“ und nicht mehr Denken in Kreisläufen, gibt eine einfache, vielleicht sogar zutreffende Deutung, reicht aber zur näheren Kennzeichnung und Erfassung dessen, was unser neuzeitliches Zeitverständnis ausmacht, noch längst nicht aus.

Bacon

Bacon, Great Instauration – Titel (Wikipedia)

Vielleicht liegt das auch daran, dass viele nur noch Kurzes lesen (wenn denn gelesen wird),  mal eben den Anfang einer Nachricht, einer Geschichte, eines Blogbeitrags („tl;dr“), – Lesen als literales Zappen gewissermaßen. Oft fehlt die Muße und die Mühe, ein größeres Werk in seinem Zusammenhang zu lesen, zu durchdenken, zur Kenntnis zu nehmen. Dies Verhalten ist natürlich nicht neu, wird aber durch die schnellen Medien und den Zwang zur Kürze (Twitter: 140 Zeichen) und durch die ständig einströmenden Meldungen der jeweiligen „timeline“ erheblich gefördert. Dabei lässt sich komplexes Denken, also ein Denken, das sich als größeres System begreift und ein Denkgebäude darstellt, kaum im Vorbeigehen erfassen. Das braucht Zeit, um in alle Räume dieses Denkens einzutauchen. Nur dann wird sich das Spezifische, das Eigentümliche, das Faszinierende und das vielleicht sogar Wahre dieses jeweiligen Denkentwurfs erschließen. Hinzu kommt, dass manche denkerischen Gebäude schwer zugänglich sind, man sich einlesen und eindenken muss, die Begrifflichkeit des Denkens lernen und verstehen muss, um überhaupt erst die „Denkräume“ begehen und erforschen zu können. Dies gilt übrigens nicht nur für Philosophen, die als „schwer“ gelten (Leibniz, Kant, Wittgenstein), sondern oft viel mehr für die vermeintlichen „Leichtgewichte“ im Verstehen, die sich so glatt weglesen (Platon, Jaspers), deren strenge und sehr präzisen Denkstruktur dann aber glatt übersehen oder gar nicht erfasst werden. Schon gar nicht gilt das für die „Modedenker“, zu denen ich hier einmal Niklas Luhmann, Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk rechne, wobei auf jeden Fall die beiden Erstgenannten in ihren eigenen Werken (weniger in den Popularisierungen) äußerst streng, präzise, vielschichtig und deswegen ’schwierig‘ sind. Sloterdijk legt es von vornherein, mit Sprache spielend, mehr aufs Feuilleton an, was die Gefahr der Fehleinschätzung als „oberflächlich“ eher noch erhöht.

Wer es aber unternimmt, in das Gebäude eines Denkens hinein zu gehen und es auszuforschen, einem Denker auf seinen Denkwegen zu folgen und auch dem nur Angedeuteten, Ungesagten nachzuspüren, dem erschließt sich eine ganz andere Welt, ja auch eine ’neue‘ Welt, nämlich unterschieden von dem, was einem bisher zu denken und verstehen gewohnt und vertraut war. Und dann spielt es auch kaum eine Rolle, ob es sich um einen „alten“ oder einen „modernen“ Denker handelt. Ja, es kann einem dann so ergehen, dass ein recht altes Denksystem, gerade weil es uns in seinen Zusammenhängen so fremdartig und unvertraut ist, völlig faszinieren und neue Räume öffnen und Denkmöglichkeiten erschließen kann, als käme es aus einer anderen Welt. Mir ist das so bei dem schon literarisch-technisch in der Tat schwer zugänglichen Werk Plotins († 270) ergangen. „Faszinierend“, um es mit Spock zu sagen. Beginnt man dieses platonische (neuplatonisch genannte) Denken eines so großartigen Denkers wie Plotin ein wenig zu begreifen, erkennt man eine Schönheit und Wahrheit („ja, das ist so“), die einen fast überwältigen kann. Klar, eine solche faszinierende Wirkung führt leicht dazu, über die Widersprüche und Fragwürdigkeiten hinweg zu sehen. Dennoch, es liegt ein besonderer Reiz in der Entdeckung solcher Denkwege und Denkmöglichkeiten. Beim genaueren Hinschauen ist dann zu merken, wie sehr doch viele Begriffe und Ideen eines Plotin und seines Schülers Porphyrios zum Beispiel Jahrhunderte später wieder kehren und in diesem Falle bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel fast in Reinform auftauchen. So nah liegt oft das Alte.

Ich komme darum immer mehr zu der Einsicht, dass es nur sehr wenig wirklich Neues im Denken und Verstehen gibt. Das Meiste, was uns neu erscheint, ist uns nur unbekannt gewesen, obwohl es schon längst da war und gedacht und beschrieben worden ist. Das trifft sich mit der Bemerkung des britischen Philosophen Alfred North Whiteheads († 1947), die abendländische Philosophiegeschichte bestehe aus „Fußnoten zu Plato“. Oft ist das jeweils Neue nur eine kleine Änderung der Perspektive, eine leichte Verschiebung des Gewichtes bestimmter Ansätze und Ausgangspunkt. So etwas kann man sehr schön bei Descartes im Vergleich zu seinen unmittelbaren Vorläufern und Zeitgenossen finden. Das Besondere und Geniale liegt dann, übrigens nicht nur im Denken, im rechten Zeitpunkt und im gefundenen Begriff. Auf die knappe Formulierung „cogito ergo sum“ muss man erstmal kommen, auch wenn der Sache nach Ähnliches schon lange vorher gedacht und geschrieben war. Mich interessiert darum immer wieder und oftmals stärker als manches Neue, das sich in Kürze als Geschwätz erweist, das Alte: Denkmöglichkeiten, die schon einmal erprobt, formuliert, vielleicht nur angedeutet waren. Wenn ich oder ein beliebiger anderer dies heute tut, geschieht es ja in einem ganz anderen zeitlichen Zusammenhang, in einer anderen Welt als derjenigen, in welcher der ursprüngliche Denker gelebt und gearbeitet hat. Schon die ‚Verfremdung‘ kann erhellend sein. Erneutes Nachdenken eines alten Gedankens ist dann eben doch auch zugleich ein erneutes Durchdenken und insofern ein ’neues Denken‘. Das Alte neu zu denken ist dann vielleicht das Spannendste, was es überhaupt zu denken gibt.